Dienstag, 14. Dezember 2010

Rock 'n' Roll-Weekend: Eine 3-Tages-Tour durch Holland mit Overgrown

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Freitag:

Haben die Hinfahrt ohne viel Stress überlebt.
Kommen im „The Jack“ in Eindhoven an, ein übel geiler Rock 'n' Roll-Schuppen mit lustigem Personal.
Viel Holz im Laden, sehr urig, überall prangt Jack Daniel's.
Freue mich auf später und verspüre ein Verlangen nach Whiskey.
Bunt leuchtende Spielautomaten direkt neben der Bühne, komme mir leicht Las-Vegas-mäßig vor.
Verliere Fünf Euro an die Drecksautomaten.
Beschließe, nicht mehr zu spielen.
Trinke ein Bier.
Spiele wieder. Verliere 2 Euro.

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Treffen Overgrown in der Location. Ich bin endlich erlöst von meinem Fluch.
Haben einen geilen Abend zusammen, das Publikum ist witzig, die Show läuft gut, Overgrown rocken übelst.
Treiben uns in Eindhoven herum, verrückte Stadt mit einer Straße im Zentrum, in der sich Bar an Bar aneinanderreiht und für die ein Abend definitiv zu kurz ist.
Verlieren uns, finden uns wieder.

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Fahren in das Haus des Drummers (Wouter), wo wir schlafen werden.
Erfahren, dass wir nur 5 Minuten von Belgien entfernt sind.
Beschließen, am nächsten Tag nach Belgien zu fahren.
Kommen im Haus an, versuchen die Dusche zu verstehen.
Fünf Minuten später ist das Bad komplett nass und wir versuchen verzweifelt, die Situation mit Klopapier zu retten, was uns mehr schlecht als recht gelingt.
Verteilen uns im Haus, machen das Licht aus.
Schlafen gefühlte 30 Sekunden später ein.

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Samstag:

12:00. Stehen auf, leicht groggy vom Vortag.
Haben die Dusche inzwischen verstanden und sind beste Freunde mit ihr geworden.
Frühstück mit Fruithagel und Appelflappen.
Geiler Scheiß, muss ich dringend noch für zuhause mitnehmen!
Fühlen uns gut aufgehoben, wie in einer 5-Sterne-Übernachtung für uns arme Punkrocker.

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Overgrown zeigen uns einen kleinen Plattenladen um die Ecke, der um sein Weiterbestehen kämpfen muss, seit Roosendaal zusammen mit anderen Städten dieser Region auf kommunaler Ebene die Coffee Shops schließen ließ und damit die Gegend für Drogentouristen aus dem Rest Europas unattraktiv machte. Arbeiten uns durch die gebrauchten Platten. Nehme mir zwei uralte Scheiben mit. Screaming Jay Hawking und Louis Armstrong für zusammen 6€. Freue mich.

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Fahren kurz nach Belgien, spielen Billard.
Die anderen sind natürlich machtlos gegen meine Skills am Tisch.
Verliere beide Runden.
Entdecken lustiges Weihnachtsplakat.

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Besuchen Wouters Eltern.
Machen uns lustig über einen ins Holländische übersetzten Titel eines gewissen englischen Autors..
Finden afrikanisches, handgemachtes Schachspiel aus Stein.
Sind begeistert. Spielen Schach.
Mache mich lächerlich, weil ich erst jetzt erfahre, dass Wouter und Marty, der Frontmann Zwillinge sind.

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Machen uns danach langsam auf den Weg zur nächsten Location in Willemstad, einer idyllischen kleinen Hafenstadt, die zu allem Überfluss auch noch von oben aussieht wie ein Stern.
Fühlt sich alles an wie Urlaub.
Beginne, mir Sorgen zu machen, ob hier Menschen existieren, die Samstag abends auf Konzerte gehen.
Overgrown lässt springen, dass sie auch noch nie dort waren und dass zuschauermäßig von zwei bis hundertfünfzig alles möglich ist.

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Finden unser Ziel, eine kleine längliche Bar mit einer Art improvisierten Bühne in der Ecke.

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22:30. Die Vorband fängt an. The Naked Bananas. Eine junge Band, ein paar Cover, ein paar eigene Songs. Vom Sound her so eine Art etwas melodischere Ramones, die ab und zu an die Dead Kennedys erinnern. Habe Spaß. Der Laden beginnt sich jetzt auch wirklich zu füllen.

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23:30. Wir gehen auf die Bühne. Aus unerklärlichen Gründen funktioniert mein Effektboard nicht mehr. Bin gestresst. Alle sind fertig mit dem Line-Check. Leihe mir von Hans, dem Overgrowner einen Booster und schmeiße mein eigenes Zeug in die Ecke.

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00:15. Fühlen uns riesig. Der Laden ist brechend voll geworden und die Leute hatten wirklich Bock auf uns. Haben versucht, mit den Leuten auf holländisch zu kommunizieren. Extremely funny. Hatten wahrscheinlich das geilste Konzert dieser Tour. (Edit: Stimmt.)

00:30. Overgrown schieben einfach nur alles Weg und spielen eine übel geile Show. Pogo und Crowdsurfing. Unser mitgereister Soundmann Sudden Joe entpuppt sich als Geheimwaffe für gescheiten Sound sogar in der letzten Bar!

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03:00. Nach gewissen Dogshit-Affären vor der Tür des Schuppens fahren wir dann zurück und treffen uns noch alle bei Wouter auf das eine oder andere Bier.
Halten ihn und seine Freundin Sophie bis 6:00 Uhr vom Schlafen ab, ziehen uns dann zum Einschlafen noch eine unserer Platten rein.
(Geheimtipp: Wouters ganz persönliche Platte des Jahres 2010: The Riot Before - „Rebellion“. Sehr innovativ und einfach geil)

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Sonntag:

Wir schlafen aus.
Zum Frühstück gibt es Fruithagel, Appelflappen und Worstenbrood!!
Worstenbrood ist so eine Art fettige Wurst im feuchten Blätterteig, perfektes Katerfrühstück.

Chris geht es richtig beschissen und er klingt wie eine Mischung aus Zombie und Beef Bonanza kurz nach dem Aufstehen. Wir überlegen, wie wir auch nur ansatzweise eine Show heute Abend spielen können.

Gegen Drei Uhr ist Bowling angesagt!
Wouter wohnt quasi direkt neben der Bowling-Arena und erzählt uns, dass der Laden für ihn einen gewissen Charme besitzt, da er schon als Kind drin war und die Arena sich weder von außen, noch von innen auch nur ein Stück verändert hat.
Also Baxter + Crew versus Overgrown + Mädels.
Wir gewinnen häufiger, die beste Runde machen aber die Overgrowner.
Vorausschauend wie wir sind, haben wir natürlich vorher gar nicht ausgemacht, worum es geht, also einigen wir uns auf ein Unentschieden.

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Ab in den Bus und losfahren. Wir haben inzwischen einen Schlachtplan für heute Abend: Sudden Joe, unser mitgereister Soundmann hat sich spontan bereit erklärt, das halbe Set zu singen. Während der Fahrt werden dann mithilfe unseres Booklets noch die letzten textlichen Lücken gestopft.

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Ca. 18:30 kommen wir dann im Café Kaatje in Oss an.
Wieder so ein gemütlicher, Rock 'n' Rolliger Laden, Eckbar mit kleinem Auftrittsraum auf einer Seite.

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Mein selbstgebautes Effektboard, mit dem ich eigentlich protzen wollte, ist immernoch im Arsch, also mache ich mich auf Fehlersuche. Eine halbe Stunde später stehe ich vor einem kleinen Haufen Holz, ca. 20 Schrauben und einem Wulst Kabeln, wovon das kaputte seine letzte Ruhestätte unter der Bühne findet.
Man sagt mir, dass wir gleich anfangen sollen. Na gut, wieder Booster ausgeliehen und losgerockt.

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Sudden Joe macht seine Sache wirklich genial und darf sich noch über einen Extra-Applaus seitens des Publikums freuen, bevor wir dann schließlich einen Song in Originalbesetzung spielen, um den Ausnahme-Auftritt abzurunden und die Bühne für die 101s zu räumen. The 101s sind die Schweine, die einen Abend zuvor mit Airbourne, Peter Pan Speedrock, den Nomads und anderen vor über 1500 Leuten in Eindhoven gerockt haben. Also steht man natürlich aufmerksam da und beobachtet.

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Unsere Meinungen gehen auseinander, aber einig sind wir uns darin, dass sie Overgrown nicht das Wasser reichen können. Overgrown, die heute mal wieder eine geniale Show hinlegen trotz grottigem Sound, weil der Hausmischer unsere Geheimwaffe nicht ans Pult lassen will.
MISCHER DIESER ERDE, WERDET ENDLICH ERWACHSEN!

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Als nächstes kommt es dann zum Bitterballen-Exzess im Imbiss gegenüber. Am Samstag haben wir Bitterballen bereits kennengelernt, so eine Art runde Kroketten mit Fleischfüllung. Ich war sofort geflasht und bin seitdem auf Entzug. Also rein in den Imbiss, 30 Bitterballen und fünf mal die Groenten Kroket bitte!

Göttlich.



Dann vollgefressen zurück nach Roosendaal und noch einmal schlafen, duschen und Fruithagel essen, bevor es dann mit Worstenbrood im Gepäck in Richtung Heimat geht.

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Overgrown, die sich immer um unsere Bedürfnisse gekümmert haben, bevor sie überhaupt die Chance hatten, im Kopf ausformuliert zu werden und die einfach eine geile Band sind!!



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Grüße an euch alle,

Mad Matze / Baxter.